IN VIA und das Projekt "Au-pair-Beratung Ukraine | Belarus"
IN VIA: Welche Organisation ist das? Warum gibt es dieses Projekt? Mit wem arbeiten wir zusammen? Wer sind die Mitarbeiterinnen? Um solche Fragen geht's hier.
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>> Jahresbericht zu den Aktivitäten im Projekt „Aufbau neuer Au-pair-Beratungsstellen in der Ukraine und in Belarus“ im Jahr 2004

1. Ziel des Projektes

Ziel des Projektes ist die Prävention von Missbrauch und Ausbeutung osteuropäischer Au-pairs in Deutschland durch den Aufbau von Beratungsstellen in den Projektländern sowie Aufklärungsarbeit in den Herkunftsländern und in Deutschland.

2. Tätigkeit in 2004

Deutschland: Ziel der Öffentlichkeitsarbeit innerhalb Deutschlands ist es, einerseits das Unterstützungsnetz für ausländische Au-pairs in Deutschland auszubauen, andererseits in der Öffentlichkeit darauf hinzuwirken, Au-pairs nicht als preiswerte, leicht ausbeutbare Haushaltshilfen, sondern als junge Botschafterinnen der Kultur ihres Herkunftslandes anzusehen und entsprechend zu behandeln. Es wurden folgende Maßnahmen ergriffen:

  • Klassische Öffentlichkeitsarbeit: Es wurden Artikel für Printmedien ( z. B. „Neue Caritas“, erschien erst in 2005) und zielgruppenspezifische Infomaterialien für Engagierte im Ost-West-Austausch (Osthilfswerk Renovabis, MHD) entwickelt.
  • Kontakte zu Mädchen- und Frauenverbänden (PSG, KFD, SKF). In Kooperation mit der KFD wurde ein Konzept für lokale Patenschaften für Au-pairs entwickelt.

Belarus: In ersten Gesprächen hatten Diözesanverbände der Caritas Belarus Interesse bekundet, die Trägerschaft von Beratungsstellen zu übernehmen, teils als direkte Kooperation, teils unter Einbeziehung staatlicher Sozialbehörden. Die in Minsk bereits vorhandenen guten Erfahrungen einer Kooperation mit staatlichen Strukturen lassen eine solche Kooperation als durchaus realistisch und wünschenswert erscheinen. Beim Folgebesuch zeigten sich in zwei Diözesen Probleme, einerseits bedingt durch personellen Wechsel, andererseits durch die Angst, ins Blickfeld krimineller Strukturen zu geraten. Der Caritasverband Minsk befindet sich derzeit in der Entscheidungsphase.

Ukraine: Die Ukraine hat sich zu einem der großen Au-pair-Herkunftsländer entwickelt. Es existiert ein riesiger, aber undurchschaubarer Au-pair-(Arbeitsvermittlungs-)markt, der es den einzelnen Personen, insbesondere den jungen Frauen aus der Provinz, fast verunmöglicht, eine informierte Entscheidung zu treffen.

Gleichzeitig stellt sich dort auch das Problem des Menschenhandels besonders virulent und es wurde vom Staat in Kooperation mit NGOs eine Reihe von Maßnahmen zur Prävention im Bereich des Menschenhandels ergriffen. Im Land existiert mittlerweile ein sehr aktives Netzwerk von Nichtregierungsorganisationen, darunter die beiden ukrainischen Caritas-verbände, zur Bekämpfung des Menschenhandels und Unterstützung seiner Opfer.

Neben der schieren Größe des Landes und der Unüberschaubarkeit des Au-pair-Marktes zeichnet sich die Ukraine aus durch das hohe Maß an Korruption, das u.a. die legale Tätigkeit im kleinunternehmerischen Sektor erschwert, die Unsicherheit der staatlichen Gehälter, die insbesondere auch Lehrerinnen an Schulen wie Hochschulen betreffen, sowie die Instabilität der Jugendpolitik, die den Aufbau von staatlichen Unterstützungsstrukturen für Jugendliche verlangsamen.

Vor diesem Hintergrund wurden bei der zweiten Reise im November 2004 gezielt existierende Institutionen mit Bezug zu Deutschland bzw. zur deutschen Sprache kontaktiert und Möglichkeiten im Bereich der Au-pair-Beratung eruiert. In Odessa, Simferopol und Doneck wurden erste vorläufige Kooperationsabsprachen getroffen und zudem mit Vorträgen über 80 junge Menschen direkt erreicht.

In 2005 werden die angebahnten Kooperationen ausgebaut und durch die Vernetzung der in- und ausländischen Berater/-innen gefestigt. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Öffentlichkeitsarbeit in Deutschland und in den Projektländern.

3. Publikationen

Im Rahmen des Projektes wurde im Jahre 2004 die Website www.au-pair-in-deutschland.de entwickelt und veröffentlicht, die der großen Bedeutung des Internet als Informationsmedium zum Thema Au-pair Rechnung trägt.